Neue Technologien schreiben die Sprachgeschichte um
Bedeutende technologische Innovationen der Vorgeschichte, wie das Rad, der Wagen oder die Gewinnung von Silber aus Erzen, lösten eine technologische Entwicklung aus, die bis heute andauert. Diese von Menschen geschaffenen Innovationen veränderten regionale Wirtschaftssysteme, erhöhten die Mobilität und förderten weitreichende Handelsnetzwerke. Ihre Auswirkungen betrafen nicht nur die Umwelt, sondern auch die menschliche Kultur und Sprache. Wir untersuchen sowohl die Auswirkungen dieser Technologien auf die Sprache als auch die Sprache als Ergänzung zur Archäologie, um die Verbreitung dieser Technologien zu klären.
Die vergleichende Sprachforschung liefert relative Chronologien sprachlicher Belege, die sich auf datierbare Innovationen wie diese Erfindungen beziehen lassen. Unser Projekt integriert sprachliche Daten, um Fragen zu beantworten wie: Wo und wann wurde eine technologische Innovation entwickelt, auf welchen Wegen verbreitete sie sich und in welchem Umfang beeinflusste sie die menschliche Kultur und Umwelt?
In den Anden beispielsweise führte der „Silberrausch“ von Potosí im 16. Jahrhundert zu Mehrsprachigkeit in den Minen und zur Entstehung einer Mischsprache aus spanischen und lokalen Andensprachen, die von den Bergleuten gesprochen wurde. Viel weiter zurück in der Vergangenheit sind das Rad und der Wagen mit der frühen Aufspaltung und Ausbreitung der indoeuropäischen Sprachfamilie vor etwa 6.000 Jahren verbunden. Dieses Beispiel ist Gegenstand einer wissenschaftlichen Zusammenarbeit unserer Gruppe mit dem ehemaligen Doktoranden Rasmus Björn und Thomas Olander von der Universität Kopenhagen.
Der Klimawandel ist ein Aspekt der Bevölkerungsbewegungen und der damit verbundenen Sprachausbreitung in Eurasien. Wir interessieren uns zudem dafür, inwiefern diese Bewegungen technologisch bedingt waren und wie sie mit der politischen Ökonomie zusammenhingen.










