Schneekristalle, Eisschichten und Mikroplastik: Forscherinnen kehren von erfolgreicher Feldforschung in der Antarktis zurück
Prof. Ricarda Winkelmann und Lena Nicola vom Max-Planck-Institut für Geoanthropologie (MPI-GEA) haben in Zusammenarbeit mit der Monash University (SAEF), Australien, eine erfolgreiche Feldsaison in Dronning Maud Land, Antarktis, abgeschlossen.
In dieser Region der Antarktis kommt es zu zunehmenden Schneefällen und häufigen Oberflächenabschmelzvorgängen.
„Die Antarktis spielt eine entscheidende Rolle im Erdsystem, und Regionen wie Dronning Maud Land sind keineswegs statisch. Der gleichzeitige Anstieg von Schneefall und Oberflächenschmelze zeigt, wie stark selbst dieser abgelegene Teil des Eisschildes auf ein sich erwärmendes Klima reagiert“, erklärt Ricarda Winkelmann, Direktorin am MPI-GEA und Leiterin der Abteilung Integrative Erdsystemwissenschaft. „Feldarbeit vor Ort – ergänzt durch Satellitenbeobachtungen und numerische Modellierung – ist entscheidend für das Verständnis dieser Veränderungen.“
Die Forschenden installierten eine Wetterstation und bewegten etwa 20 Tonnen Schnee, um die physikalischen Eigenschaften der oberen Eisschildschichten zu analysieren. Zudem sammelten sie Mikroplastikproben an der Schneeoberfläche, um die zunehmende anthropogene Verschmutzung an diesem abgelegenen Ort zu erfassen. Nach vier Wochen auf dem südlichsten Kontinent erreichten sie alle Forschungsziele entlang einer 100 Kilometer langen Strecke vom Eisschild in Richtung Küste.
Nach der Datenerhebung umfassen die nächsten Schritte Laboranalysen zur Quantifizierung und Zuordnung der Mikroplastikproben, die Kodierung, Analyse und grafische Darstellung der Schneegruben- und Kernmessungen, unter anderem mithilfe maschinellen Lernens, sowie die Auswertung der Beobachtungen der automatischen Wetterstation in den kommenden Monaten.
„Wir hoffen, dass diese Daten die Modellierung der Eis-Klima-Wechselwirkungen verbessern und damit unser Verständnis der Auswirkungen atmosphärischer Extreme in dieser Region vertiefen“, erklärt Lena Nicola. Weitere Informationen zur Antarktis-Feldforschung am MPI-GEA finden Sie hier.












