Die Abteilung Strukturwandel der Technosphäre stellt sich vor
Überblick und Forschungsansatz
Die Abteilung Strukturwandel der Technosphäre (DT) untersucht die langfristigen strukturellen Veränderungen, die die Menschheit in das Anthropozän geführt haben. Menschliche Gesellschaften sind durch zeitlich und lokal variable ökologische Bedingungen, Materialflüsse und technische Infrastrukturen mit dem Erdsystem verbunden, die in ihrer Gesamtheit die Technosphäre bilden.
Ziel der Forschung der Abteilung ist es, die Merkmale und die Makrodynamik des komplexen adaptiven Systems zu verstehen, das mit der Hinzufügung der Technosphäre zum Erdsystem entstanden ist. In enger Kooperation mit den anderen Abteilungen erforscht die Abteilung den Strukturwandel der Technosphäre, indem sie historische Perspektiven und Studien mit der Analyse und Modellierung des Verhaltens komplexer adaptiver Systeme verbindet. Mithilfe dieses Ansatzes werden die Entstehung und langfristigen Transformationen der Technosphäre und ihrer Subsysteme mit Blick auf die Rolle von Schwellen, Feedbackdynamiken und Interventionsmöglichkeiten untersucht.
Zentrale Fragen sind:
- Wie interagieren die verschiedenen Komponenten des menschlichen–Erdsystems, wie haben sie sich gemeinsam entwickelt und was lässt sich daraus über mögliche zukünftige Entwicklungen und (unbeabsichtigte) Konsequenzen ableiten?
- Was können wir aus der Geschichte über Systemgrenzen, Rückkopplungsschleifen, Pfadabhängigkeiten und strukturelle Hindernisse für die Nachhaltigkeit in der Wechselwirkung zwischen Mensch und Erdsystem lernen?
- Welches Wissen und welche wissenschaftlichen Bemühungen sind erforderlich, um das Design der Technosphäre an die Herausforderungen des Anthropozäns anzupassen?
Die Abteilung arbeitet hauptsächlich auf theoretischer Ebene und auf der Grundlage von Modellierungen historischer Prozesse. Aufbauend auf Entwicklungen von Partnern der Arizona State University entwickelt die Abteilung eine Deliberation Agora zur Unterstützung kollektiver Entscheidungsfindungsprozesse, die so durch Modellierungs- und Simulationsansätze informiert werden. Derzeit werden Entscheidungsszenarien für verschiedene Nachhaltigkeitsherausforderungen (beispielsweise im Hinblick auf nachhaltige Energiesysteme, Lieferketten, Grundwasserverbrauch und -verschmutzung oder klimabedingte Mobilität) exploriert.
Darüber hinaus hat die DT domänenspezifische KI-Expertensysteme für transdisziplinäre Forschung in der Geoanthropologie entwickelt und Ausstellungsprojekte realisiert. Sie beteiligt sich darüber hinaus aktiv im weltweiten Netzwerk Anthropocene Commons sowie in verschiedenen Feldforschungsinitiativen.







