Direktorin Ricarda Winkelmann

Als Gründungsdirektorin des Max-Planck-Instituts für Geoanthropologie widmet sich Ricarda Winkelmann der Vertiefung des Verständnisses des miteinander verflochtenen Mensch-Erde-Systems und seiner möglichen Zukunftsszenarien. Ihre Arbeit kombiniert analytische und numerische Modellierung mit Erkenntnissen aus der Feldforschung sowie integrativen Ansätzen und verbindet Klimaphysik, Theorie komplexer Systeme und Erdsystemwissenschaft.

Ricardas Forschung hat grundlegende Beiträge zum Verständnis der komplexen Dynamik des Erdsystems geleistet, insbesondere zur Stabilität der grönländischen und antarktischen Eisschilde, zu vergangenen und zukünftigen Meeresspiegelveränderungen, zur Widerstandsfähigkeit von Ökosystemen sowie zu Kipppunktdynamiken. Sie ist weithin anerkannt für ihre Arbeit zu nichtlinearen Prozessen und kritischen Schwellenwerten im Erdsystem und zählt zu den weltweit meistzitierten Forschenden (Clarivate, 2025).

Als Pionierin der Eisschildmodellierung war Ricarda an der Entwicklung des Open-Source-Modells „Parallel Ice Sheet Model“ (PISM) beteiligt und übernahm eine führende Rolle bei der Weiterentwicklung von Werkzeugen der nächsten Generation zur Analyse kaskadierender Risiken, darunter Pycascades und TOAD. Zudem initiierte und leitet sie das Projekt Tipping Points Modelling Intercomparison Project (TIPMIP). Ergänzend zu ihrer Modellierungsarbeit nahm Ricarda an zahlreichen wissenschaftlichen Expeditionen teil, unter anderem in den Anden und der Antarktis. Diese Feldkampagnen bilden eine wichtige empirische Grundlage ihrer Forschung und verdeutlichen ihr Engagement für die Integration von theoretischer und numerischer Modellierung mit beobachtungsbasierten Ansätzen.

Ricardas wissenschaftliche Leistungen wurden mit mehreren Auszeichnungen gewürdigt, darunter der „Young Scientist of the Year Award“ der Academics & ZEIT Publishing Group, der „E-Learning Award UP“ für innovative Lehrmethoden, der „Outstanding Early Career Scientists Award“ der EGU Cryospheric Division sowie der Karl-Scheel-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Sie ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und fungiert als leitende Autorin des Siebten Sachstandsberichts des IPCC.

Neben ihrer Forschungstätigkeit ist Ricarda als Wissenschaftskommunikatorin und Politikberaterin tätig. Sie beteiligt sich regelmäßig an internationalen Bewertungsprozessen und wissenschaftspolitischen Dialogen, darunter Science7-Erklärungen, COPs und Briefings für das Europäische Parlament. Dabei trägt sie dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse in praxisrelevantes Wissen für Entscheidungsträger sowie die breite Öffentlichkeit zu überführen.

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