Prof. Dr. Patrick Roberts
Vita
Als Leiter der Abteilung Koevolution von Landnutzung und Urbanisierung entwickelt und wendet Patrick multidisziplinärere Ansätze zur Erforschung der langfristigen Beziehungen zwischen Mensch und Erdsystem an. Durch die Kombination von Feldforschung, vielfältigen Labormethoden und Modellierungsansätzen strebt Patrick an, „nutzbare“ quantitative und qualitative Erkenntnisse aus der Vergangenheit zu gewinnen, die zur Lösung aktueller Herausforderungen beitragen.
Patrick entwickelt neue Methoden zur Untersuchung der Wechselwirkungen zwischen städtischen Dynamiken, Entwicklungsverläufen, Netzwerken (sowie deren Alternativen) mit Landnutzungsänderungen sowie deren Interaktion mit verschiedenen Teilen des Erdsystems über Raum und Zeit hinweg. Er war Mitbegründer des URBank-Netzwerks, einer frei zugänglichen Datenplattform, um das Verständnis und die Erforschung des Urbanismus über seine 5500-jährige Geschichte hinweg zu revolutionieren. Als Leiter des ERC-Projekts PANTROPOCENE entwickelte Patrick zudem einen wegweisenden Rahmen zur Integration historischer, archäologischer und paläoökologischer Daten in Modellierungsrahmen des Erdsystems, um Rückkopplungen verschiedener Landnutzungsformen zu untersuchen.
Patricks Arbeit verbindet Ansätze aus feld- und laborbasierter Archäologie, Fernerkundung, Paläoökologie, Geschichte, computergestützter Archäologie und Landnutzungsmodellierung. In den vergangenen zehn Jahren leitete er vielfältige Feldforschungsprojekte auf den Philippinen, in Sri Lanka und Brasilien; aktuell laufen Projekte in Deutschland, China, Australien, Kambodscha, Kolumbien, Armenien und Argentinien. Seine Forschung wurde durch zwei ERC-Förderungen sowie Mittel der DFG, des AHRC, des BMBF und von National Geographic unterstützt. Zudem ist Patrick Projektleiter im Exzellenzcluster Imaginamics.
Patrick veröffentlichte über 200 begutachtete Zeitschriftenartikel sowie ein wissenschaftliches Buch (Tropical Forests in Human Prehistory, History, and Modernity – OUP) und ein populärwissenschaftliches Buch (Jungle: How Tropical Forests Shaped the World and Us – Penguin/Random House), das sich mit der Bedeutung der Menschheitsgeschichte in den tropischen Breitengraden für das Verständnis der Ursprünge der heutigen Dynamik zwischen Mensch und Erde befasst. 2025 wurde er als einer der weltweit meistzitierten Archäologen gelistet (Scholar GPS, 2025). Sein transdisziplinärer Ansatz erhielt mehrere wissenschaftliche Auszeichnungen, darunter den Thüringer Forschungspreis und den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis.
Patrick engagiert sich in Öffentlichkeitsarbeit, gesellschaftlichem Engagement und Kapazitätsaufbau an den Einsatzorten. Dazu zählt die enge Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften; die indigene Gemeinschaft der Veddah verlieh ihm 2023 ihre höchste humanitäre Auszeichnung. Zudem ist er in der Wissenschaftskommunikation aktiv, unter anderem durch Interviews, Teilnahme an öffentlichen Diskussionsforen und eine führende Rolle innerhalb der Initiative „Voices of the Global South“.
Vor seiner Tätigkeit als Direktor leitete Patrick die unabhängige Forschungsgruppe isoTROPIC am Institut und war leitender Wissenschaftler der Abteilung für Archäologie, bis diese Ende 2024 aufgelöst wurde. Er unterstützte Studierende der ehemaligen Abteilung für Archäologie bei der Anmeldung von Abschlussarbeiten, Betreuung sowie dem Abschluss an deutschen Universitäten wie der Universität Tübingen, der Universität zu Köln und der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Die isoTROPIC-Forschungsgruppe trug wesentlich zur Entwicklung der Feldforschungs- und Laboreinrichtung des Instituts bei und etablierte enge Kooperationen innerhalb des Instituts, die in institutsübergreifenden Publikationen mündeten.