Anthropozän-Konferenz am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie

24. Juni 2024

Die Konferenz "Crossing Boundaries in Science - The Anthropocene" wird Forschende aus verschiedenen Disziplinen versammeln, um die Herausforderungen und Möglichkeiten des Anthropozäns zu untersuchen.

Jena, Deutschland — Die rasanten und tiefgreifenden Veränderungen, die die Menschheit an den grundlegenden Bedingungen ihres Daseins und Wohlergehens auf der Erde vornimmt, haben ein kritisches Ausmaß erreicht. Viele Expert:innen warnen vor schwerwiegenden Folgen für unsere Zukunft. Die Bewältigung dieser tiefgreifenden Herausforderungen erfordert dringende und umfassende Maßnahmen in verschiedenen Disziplinen.

Um dieses vielschichtige Thema anzugehen, veranstaltet das Max-Planck-Institut für Geoanthropologie (MPI-GEA) vom 24. bis 26. Juni 2024 die Konferenz „Crossing Boundaries in Science – The Anthropocene”. Diese Veranstaltung, die gemeinsam mit der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften organisiert wird, ist ein wichtiger Schritt für die MPI-GEA in ihrer Auseinandersetzung mit den Fragen des Anthropozäns. Die Konferenz bietet drei Tage lang aufschlussreiche Vorträge und Podiumsdiskussionen mit führenden Forschenden aus verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen. Die Teilnahme ist auf registrierte Teilnehmer:innen beschränkt.

Zu den bestätigten Referent:innen und Podiumsteilnehmer:innen gehören: Xuemei Bai, Ana Bastos, Antje Boetius, Katrin Böhning-Gaese, Jochen Büttner, Francine McCarthy, Dipesh Chakrabarty (virtuell), Manfred Laubichler, Thomas Lengauer, Jochem Marotzke, Dirk Messner, Manjana Milkoreit, Onno Oncken, Henrik Österblom, Ilona Otto, Ursula Rao, Giulia Rispoli, Jürgen Renn, Johan Rockström, Hartmut Rosa, Ana Sequeira, Peter Søgaard Jørgensen, Bernd Scherer, Philipp Staab, Leonie Wenz, Mark Williams, Jan Zalasiewicz, Ricarda Winkelmann, Damaris Zurell und Andrea Wulf. Die Konferenz wird von Gerald Haug, Präsident der Leopoldina, der Nationalen Akademie der Wissenschaften, und Patrick Cramer, Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, eröffnet. Der Thüringer Staatsminister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft Wolfgang Tiefensee, wird die Abschlusssitzungen der Konferenz eröffnen.

„Menschliches Handeln ist heute einer der, wenn nicht sogar der stärkste Treiber des globalen Wandels. Angesichts der vielfältigen Herausforderungen, vor denen wir weltweit stehen – von der Klimakrise über die Biodiversitätskrise bis hin zu Pandemien, wirtschaftlichen Schocks und Konflikten – ist es daher unerlässlich, dass wir die zugrunde liegenden Dynamiken und Wechselwirkungen des Mensch-Erde-Systems transdisziplinär verstehen. Genau das haben wir uns am MPI für Geoanthropologie zum Ziel gesetzt“, sagt Ricarda Winkelmann, Gründungsdirektorin des MPI-GEA. „Ich bin überzeugt, dass wir diese tiefgreifenden Herausforderungen nur gemeinsam bewältigen können. Es ist daher fantastisch, dass so hervorragende Wissenschaftler:innen aus verschiedenen Disziplinen und mit unterschiedlichem Hintergrund in Jena zusammenkommen und damit wirklich wissenschaftliche Grenzen überschreiten. Ich hoffe, dass wir in dieser wachsenden Gemeinschaft einen Beitrag dazu leisten können, Wege in eine nachhaltigere Zukunft zu finden.“

Workshop vor der Konferenz: Vom 20. bis 21. Juni veranstalten die Nachwuchswissenschaftler:innen des MPI-GEA einen Workshop mit dem Titel „Voices of the Global South on the Anthropocene” (Stimmen des Globalen Südens zum Anthropozän). Dieser Workshop bringt junge Forschende und eine Expertenrunde mit unterschiedlichem Hintergrund zusammen, um gemeinsam einen Bewertungsbericht für die COP 30-Konferenz 2025 in Brasilien zu erstellen.

Öffentlicher Vortrag: Am 24. Juni hält die preisgekrönte Autorin Andrea Wulf einen öffentlichen Vortrag mit dem Titel „Die Erfindung der Natur: Alexander von Humboldts neue Welt“. Dieser Vortrag ist öffentlich und verspricht einen inspirierenden Abschluss der Konferenz.

Durch die Einbindung der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft möchte die Konferenz „Crossing Boundaries in Science – The Anthropocene“ einen regen Gedankenaustausch fördern und neue Erkenntnisse gewinnen, die zu einer nachhaltigen Zukunft auf der Erde beitragen werden.

„Die Konferenz ist eine wichtige Gelegenheit, die Forschungsmission unseres Instituts mit einer breiten internationalen Gemeinschaft zu diskutieren, nachdem das MPI-GEA 2022 als erstes Institut aller drei Sektionen der Max-Planck-Gesellschaft gegründet wurde. Um die Auswirkungen des Menschen auf das System Erde zu verstehen, sind neue wissenschaftliche Perspektiven und Kooperationen über traditionelle Disziplingrenzen hinweg erforderlich. Dafür steht letztlich die Geoanthropologie, die Wissenschaft vom Mensch-Erde-System“, sagt Jürgen Renn, weiterer Gründungsdirektor des MPI-GEA.

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